Sailseduction Woche 2007

   

Vom 01. bis 08. September 2007 waren wir unterwegs, haben dem Teufel im Gewittersturm vor Veli Iz ein Ohr abgesegelt, uns bei Yoga entspannt (ein Dank an Christian für die tollen Lektionen), den Salsa -Workshops von Anke & Gil gelauscht und das Wissen im Anschluss ausgiebig vertanzt und immer wieder an Deck und in Buchten die Seele baumeln lassen.

 

Wir haben unsere Woche mit gps mitgeloggt und als google-earth file abgespeichert SAISED07_GoogleEarth.kml (download mit rechtsklick... speichern unter...)

Das Programm kann auf: earth.google.de heruntergeladen werden.

 
Der Anfang...
 

Der Beginn unserer Segel&Salsawoche stand leider unter keinem guten Stern:

Am Donnerstag den 30.08. ereignete sich während der Löscharbeiten eines Buschbrandes auf der Insel Kornat, ein tragischer Unfall. 6 der 23 abgesetzten Feuerwehrmänner kamen ums Leben und 7 wurden schwer verletzt, bzw. schwebten in Lebensgefahr. Aufgrund der Tragödie standen alle Flaggen auf Halbmast und in der Gegend um Sibenik und den Kornaten wurde für eine Woche Trauer mit Musikverbot ausgerufen. Für uns bedeutete das verständlicherweise gedämpfte Stimmung und die Ungewissheit wie die Woche verlaufen wird.
Im nachhinein können wir aber sagen, dass es durch das Verständnis der Lokale, aber hauptsächlich durch das traumhafte Segelwetter trotzdem eine gelungene Salsa- & Segelwoche war.

 
Sonntag 02.09.07 click to enlarge  
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  Mittwoch 05.09.07 click to enlarge
Montag 03.09.07 click to enlarge Donnerstag 06.09.07 click to enlarge
Dienstag 04.09.07 click to enlarge Freitag 07.09.07 click to enlarge
 
Die Reise...
 
Nach der Eröffnungsparty am Samstag mit leisen Salsaworkshops und gutem Essen ging es am Sonntag zeitig los……….
… zeitig wenn man bedenkt, dass unser zweiter Skipper Wolfgang erst um 02:00 ankam und in der Nacht noch sein Boot checken musste, wobei sich die Arbeiten bis in den Vormittag hineinzogen.
Im Anschluss ging es dann endlich mit der „Anita“ und „Midlife Dream“ hinaus aus der Marina, vorbei am Leuchtturm „Artica“ durch den Nationalpark der Kornaten, zur Südspitze von Dugi Otok.
 
Bis zum Sonntag zu Mittag lagen wir der Bucht in unseren Hängematten herum, verjagten alle Fische mit unseren Bade- und Klippensprungausflügen und genossen die herrliche Ruhe. Auch der Tanz kam, wie hunderte Fotos belegen, nicht zu kurz.
Am Nachmittag ging es ganz ohne Stress um´s Eck zur Insel Katina. Den einen und anderen seglerischen Hacken … wieder einmal Warten auf "Anita"… haben wir natürlich geschlagen wie aus unseren gps Aufzeichnungen ersichtlich ist.
Abends gab es wieder einmal die besten Leckereien aus der Bordküche wodurch wir den geplanten Workshop richtig leicht und beschwingt angehen konnten.
Die Anita Crew war wieder einmal verschwunden. Wolfgang half dem Skipper einer Motorjacht seinen Beibootmotor zum Laufen zu bringen, (da kennt er sich richtig gut aus) Gabriella lernte auf einer anderen (Motor)Jacht Landsleute kennen und ging gleich ans Feiern.
 

Für einen Alarmstart hätten die mindestens eine Stunde gebraucht…

 
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Am Morgen nach dem Yoga Kurs, trudelten dann schön langsam die ersten Wetterberichte von den umliegenden Booten (alles Pessimisten) ein. Laut Kroatischem Wetterdienst sollte sich im Laufe des Tages das Wetter rapide verschlechtern. Ab Nachmittag sei mit NO bis O-Wind (Bora) um die 55kn in Böen bis zu … zu rechnen. Als vorausschauende Skipper, die wir sind, haben wir der Mannschaft davon nichts gesagt (wer wird den schon die Überraschung verderben…).
Raus aus Katina, durch die Mali Proversa Durchfahrt (diesmal unter Motor) hinein in den Srednji Kanal. Man(n) sah sofort, dass es ein richtiges Segelabenteuer werden würde. Im NW stand eine ordentliche Gewitterwolke (CB) über den halben Horizont. Der Himmel tiefschwarz, das Meer flaschengrün. Schnell ins zweite Reff in Genua und Groß, dann ging´s nach der Winddrehung auch schon los. Die Temperatur um gute 10°C runter und schön langsam wurden der Regen und natürlich auch der Wind stärker. Hart am Wind, der hatte mittlerweile 35 in Böen 42kn, ging es mit ausreichend Abstand zur Insel Lavdara weiter. An Tukoscak schrammten wir gerade mal halbwegs vorbei (Höhe machen die Kähne bei so einem Wind leider nicht mehr), das Kap Parda auf Veli Iz schafften wir trotz aller Bemühungen wie Rumtrinken und Seemannslieder singen leider nicht.

 
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!!!!Hier muss ich einmal ein affengeiles Lob an meine Crew aussprechen!!!!
 
Die hat doch tatsächlich bei ~40kn Wind, strömenden!!!! Regen und ordentlichen Gewittern, Rum getrunken und Seemanslieder gesungen. Seekrank ist auch keiner geworden, nur nass bis auf die Unterwäsch…. AUSSI MIT DA WÄSCH….
 
Wie es der "Anita" ergangen ist, ist leider eine andere Geschichte. Nur soviel:
Die haben sich irgendwo nördlich von Lavdara zwischen Mrtonjak und Tukoscak so verfranst (Das Meer ist dort ja ordentlich groß), dass sie Suchkreise fuhren um den Weg wieder zu finden (hab mir das später auf ihrem GPS angeschaut, aber trotzdem nicht verstanden) und mussten unterwegs sogar anhalten, da sie eine neu, unbekannte und unerforschte Insel entdeckt hatten……
 
Zum Glück gab es auf Veli Iz ausreichend Wasser und Essen, die wären uns sonst glatt verhungert auf ihrer Odyssey…
 
Unsere liebe Freundin Anita, „Eignerin“ des Restaurants Lanterna auf Veli Iz  freute sich natürlich riesig, dass wir wieder einmal mit einer Salsatruppe bei ihr gelandet sind.
(Ich bin seit vielen Jahren in Kroatien unterwegs aber die Freundlichkeit von Anita und das Essen suchen in der Gegend seinesgleichen. Hier gibt es wirklich die besten Fisch- und Fleischgerichte von Savudriaja bis Kap Prevlaka)

 

Am Abend wurde dann endlich wieder einmal so richtig getanzt…… Salsa, Bachatta, Merenque und ganz neu, seit Anke in Paris war, ZOUK!!! Dist(d)ance war das Motto das Abends……
 
Mittwochvormittags ging es dann in die Marathonstrecke von 50nm, Kurs SSO nach Skradin zu den KRK Wasserfällen. Wir, die Mannschaft der "Midlife Dream", haben den ganzen Tag darauf geachtet, dass sich die "Anita" unterwegs nicht wieder verirrt. Es war zwar ein Sonnentag mit mindestens 20km Sicht, aber wir haben immer wieder die Segel aufgemacht und auf sie gewartet.
Nach einer kleinen Pause auf Tijat (eigentlich waren es wieder einmal versuchte Ankermanöver bei 25kn Wind) ging es dann Nächtens durch den 11nm (19km!!) messenden Canyon des Krka Flusses entlang nach Skradin.
Um 23:00h lagen wir sicher vor Anker und genossen die Ruhe nach dem tollen Segeltag.
 
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Am nächsten Tag ging es mit dem Taxiboot zum Krka Nationalpark. Abgesehen von dem tollen Naturschauspiel der Wasserfälle wäre noch festzuhalten, dass am 28. August 1895 das erste Kraftwerk mit Wechselstrom in Skradinski buk, auf dem Fluss Krka, nach den Plänen von Nikola Tesla in Betrieb genommen wurde. Die Stadt Sibenik war damit die erste Stadt der Welt (lt. Wikipedia) die mit elektrischen Strom beleuchtet war!!!
 
Am Nachmittag „verholten“ wir unser Flottille nach Sibenik wo einmal so richtig gebummelt und geschoppt werden konnte. Abendessen mit Blick auf die Bucht von Sibenik und anschließendem Workshop rundeten den Tag ab.
Am Morgen des Freitag war dann eine längere Beratung notwendig. Da wir wegen des Unglückes noch nicht richtig Party feiern durften, entschlossen wir uns zu einem Stop auf der in der Einfahrt von Sibenik liegenden Festungsmauer von St. Nicholas. Die Idee erwies sich als goldrichtig und da die Wettergötter auch mitspielten, konnten wir wieder einmal ausgiebig tanzen.
Für das nächste Jahr werden wir die Festung fix für unsere Events einplanen, die übrigens im 16. Jahrhundert am Eingang zum St. Anthony´s Kanal nach Sibenik zur Verteidigung gegen mögliche Seeangriffe der Türken nach den Blaupausen des venezianischen Architekten Sanmicheli errichtet wurde. Sie gilt als eine der stärksten Verteidigungsbauten auf der kroatischen Seite der Adria.
 
Spät am Nachmittag ging es dann weiter Richtung Murter, und wie schon die ganze Woche,  blieb uns auch am letzten Tag der Wind treu.
Mit stetig ansteigender Stärke (bis 35kn) aus NordWest bis Nord ging es hart am Wind wieder Richtung Ausgangsbasis. Die Anita hatte wieder ein kleines Abenteuer: Die mussten doch tatsächlich ein Segelboot, dessen Motor ausgefallen war, bei so einem traumhaften Segelwind in die nächstgelegene Marina schleppen, da deren Mannschaft anscheinend des Segelns nicht mächtig war…..
Gegen 20:00h waren dann die Schiffe wieder sicher in der Marina vertäut und wir konnten im Trabakul noch einmal essen und dem Workshop von Anke und Gil lauschen…
Am Samstag wurden mit viel Wehmut die Schiffe geräumt und langsam ging eine traumhafte Salsa- & Segelwoche dann doch ihrem Ende zu.
 
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Bei einem letztem Kaffee, einer letzten Palatschinke und einem allerletzten Beefsteak wurden bereits die Routenvorschläge und Kojenplätze für das nächste Jahr besprochen und manch einer gab bereits das Versprechen für 2008 ab……………………………
 
Die Bilder ...
 

Dank Eurer und der Hilfe von Daniel Gander, unseres Fotografen, Salsatänzers und mittlerweile leidenschaftlichen Seglers, können wir euch einen tollen Querschnitt der Salsa- und Segelwoche präsentieren. Im Laufe der nächsten Wochen werden wir die Galerien noch um das eine oder andere Foto erweitern….

 
Die Sprüche ...
 
In den nächsten Tagen werden wir die weisesten Sprüche bzw. Zitate der Wochen veröffentlichen.
Spruch der Woche steht bereits fest und kann nicht mehr getoppt werden. Verantwortlich war wieder einmal Daniel Gander im Konterfei mit Wolfgang Müller während mehrerer verunglückter Ankerversuche:
 
... wenn die so bumsen wie sie ankern kriegen sie ihn nie rein...
 

Weitere tolle Sprüchen waren:

... only with two fingers…
... heut tua ma zfuas obwoschn…
... but gil, we have to talk about something... spin, anke, spin…
... ausi mit da wäsch...
... don´t do figures in Bachata…
... the feeling has to come from the inside to the outside…

 
Die Flottille ...
 

Wir hatten zwei tolle Boote, eine GibSea 43 „Midlife Dream“ und eine Bavaria 50 „Anita“.

Wobei die Bav50 einen nie auffindbaren, wundersamen, bedeutsamen und nicht behebbaren Fehler hatte. Aus ungeklärter Ursache, ohne Fremdeinwirkung, trotz redundanter Navigationseinrichtungen (immerhin 3+1 Kompass, +1 steht für die Sunnto Armbanduhr des Skippers) hat sich das Schiff doch tatsächlich bei der ÜBERFAHRT von Katina nach Veli Iz (immerhin ganze 12nm) im Gewitter verfranst...

 
Die Aussicht...
 

Durch die Begeisterung der Mannschaften angespornt, stecken wir bereits mitten in den Planungen für das nächste Jahr. Ende September werden die Planungen abgeschlossen und die Daten online sein und wenn wir es schaffen bis Ende des Jahres genügend Anmeldungen zu bekommen schaut ein Frühbucher Bonus für uns raus……..

Bis dahin wünschen wir Euch einen schönen Herbst mit viel:

SALSA, SALSA, SALSA, SALSA, SALSA, SALSA, SALSA, SALSA, SALSA, SALSA

 
mit gilyanke.com
 
und tollen Fotos
 

von danielgander.com